Ringlokschuppen
Künstlerisches Profil
Seit 1995 hat sich der Ringlokschuppen als eigenständige Kunst- und Kulturstätte sowie Ort für avancierte Kunstprojekte weit über Mülheims Stadtgrenzen hinaus etabliert. Mit drei Sälen, die 100 bis 1000 Zuschauer fassen, zählt der Ringlokschuppen zu den größten Veranstaltungshäusern der freien Szene in NRW. Hochkarätige Theaterproduktionen, impulsgebende Performances, Lesungen und Konzerte erfreuen sich kontinuierlich wachsender Resonanz.
Kreativer Austausch
In den letzten Jahren hat sich der Ringlokschuppen zudem forciert als Ort der Kunstproduktion für das Ruhrgebiet und NRW ein Profil erarbeitet, das – über den kommunalen Rahmen hinaus - deutlich in und über die Region hinausstrahlt. 2010 soll der Ringlokschuppen zum „Freien Theaterhaus Ruhr” werden, ein Ort, an dem regelmäßig freie Theatergruppen arbeiten und gastieren, wo ein Austausch und die Kommunikation von kreativen Theatermachern stattfindet.
Künstlerisches Netzwerk in NRW
Ein Ort, der als Netzwerk der Theaterstadt Mülheim auch Verbindungen knüpfen kann in andere Spielorte deutschland- und europaweit. Markante Stationen hierfür sind beispielsweise Produktionen wie „Die Eichbaumoper“ (2009) oder die auf drei Jahre angelegte „Ruhrtrilogie“ von René Pollesch (2008-2010), eine Koproduktion von Volksbühne Berlin, Ringlokschuppen und der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010.

- Foto: Stephan Glagla
Plattform für die freie Kulturszene
Erklärtes Ziel und Schwerpunkt des Ringlokschuppens ist die Förderung und Weiterentwicklung von Produktionen aus der freien Kulturszene, die einen Genre übergreifenden Charakter haben und zudem Spielräume für das Schöpferische und Kreative schaffen und ausweiten. Kooperations- und Produktionspartner sind dabei u.a. Kollektive wie andcompany&Co., Gintersdorfer/Klaßen, raumlaborberlin, kainkollektiv, Theaterhäuser und Kulturinstitutionen wie die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, das Schlosstheater Moers, das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, das Schauspiel Essen oder das Institut für Theaterwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.
Renommierte Festivals wie die „STÜCKE – Mülheimer Theatertage NRW“ und die „IMPULSE – Festival Freier Theater“ sind regelmäßig im Ringlokschuppen zu Gast.
Kultur.Gut
Unter dem Signet „KULTUR.GUT“ veranstaltet der Ringlokschuppen darüber hinaus seit 2008 in Kooperation mit dem Kulturbetrieb der Stadt Mülheim an der Ruhr in der Stadthalle Mülheim ein hochkarätiges Veranstaltungsprogramm mit namhaften und arrivierten Stars aus den Bereichen Kabarett, Comedy und Konzert.

Die Geschichte des Gebäudes
Als Industriedenkmal verdeutlicht der Ringlokschuppen den Strukturwandel der Ruhrregion. Der um 1900 entstandene Lokschuppen umfasste 24 Kreissegmente für die Unterstellung von Loks.
Von der Industrie zur Kunst
Als Teil des damaligen Reichsbahn-Ausbesserungswerkes Speldorf diente der Ringlokschuppen zur Unterstellung von Dampflokomotiven, die vom zugehörigen Wasserturm versorgt wurden, bis 1943 die vorliegende Drehscheibe bei einem Bombenangriff zerstört wurde.
Heim für Bus und Bahn
Nach dem Krieg war bis 1968 die Zentralstelle der Bundesbahnbusse hier untergebracht. In den letzten Jahren vor der Komplettsanierung wurde der ehemalige Lokschuppen von einem im Gelände ansässigen Fuhrunternehmen lediglich als Reparaturwerkstatt genutzt.
Wiederentdeckung
Im Rahmen der gänzlichen Neuorientierung des Sanierungsgebietes als Gelände für die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen 1992 wurde das Gebäude komplett umgestaltet, seiner neuen Funktion als Kultur- und Begegnungsstätte entsprechend.
Um den ursprünglichen Charakter des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes zu bewahren wurden die alte Stahlfachwerkfassade und Fenster und Tore rekonstruiert bzw. in neuer Funktionalität erhalten.








