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theorie/praxis

 •VHS-Kurs "Zeitgenössische Theaterformen in Theorie und Praxis"
 •Blockseminar RUB/ Ringlokschuppen „Aufstand gegen die Wirklichkeit“
 •Vorlesung mit Gästen Ruhr-Universität Bochum: "RUHR.2010"


VHS-Kurs "Zeitgenössische Theaterformen in Theorie und Praxis"

Bereits zum dritten Mal bieten wir eine gezielte Auseinandersetzung zu den Produktionen und Gastspielen aus unserem Spielplan an. Wir beschaffen Informationen von "hinter den Kulissen", bringen Künstler als Gesprächspartner mit in den Kurs und ermöglichen einen Blick durchs Schlüsselloch. Gemeinsame Aufführungs- und Probenbesuche werden uns Gesprächsmaterial liefern.

Zusätzlich zu den fünf Terminen in der VHS werden gemeinsame Vorstellungs- bzw. Probenbesuche im Ringlokschuppen Mülheim vereinbart.
Der Eintrittspreis (vergünstigt) für die Vorstellungsbesuche ist im Kursentgelt nicht enthalten.

Kursnummer 2002
Mi., 19.30-21.00 Uhr
26.08.-16.12.2009 (5x/10 UE)
Gebühr: 23,50 €

Anmeldungen ab Ende Juni an
VHS Mülheim
Bergstraße 1-3
45479 Mülheim an der Ruhr
fon 0208 455-4321/-4322
mail vhs@stadt-mh.de



"AUFSTAND GEGEN DIE WIRKLICHKEIT"

Blockseminar zur aktuellen Diskussion zum Freien Theater in NRW und Entwicklung einer eigenen performativen Theaterarbeit
Ruhr-Universität Bochum, Institut für Theaterwissenschaft, Seminarleitung: Holger Bergmann

In Europas Kulturhauptstadt RUHR.2010 vollzieht der Ringlokschuppen eine Transformation, die eine langjährige Leerstelle in der Region schließen soll: Der Ringlokschuppen Mülheim wird „Freies Theaterhaus Ruhr“.
Künstler, Kuratoren, Theaterleiter und Wissenschaftler werden eingeladen, um Qualitätskriterien für lebendiges zeitgenössisches Theater im europäischen Maßstab zu diskutieren.
Das Seminar wird diesen Transformationsprozess verfolgen, als wichtig erachtete Punkte dieser Diskussionen inhaltlich aufgreifen sowie eigene Kriterien für das Theater von morgen formulieren.

Gemeinsam mit befreundeten Gruppen und Institutionen wird der Ringlokschuppen für verbesserte Produktionsbedingungen von freiem Theater in NRW eintreten. Die internationalen Entwicklungen der darstellenden Künste sollen sich entsprechend ihrer hohen Qualität stärker in den Spielplänen der freien Produktionshäuser abbilden. Darüber hinaus will der Mülheimer Theaterort der freien Szene deutlich mehr Theatergruppen aus NRW auf dem internationalen Festivalparkett vertreten sehen. Die Rahmenbedingen dafür im Jahr 2010 zu schaffen, muss essenzieller Bestandteil der Kulturmetropole werden.
Die Seminarteilnehmer befragen diese kulturpolitischen Forderungen auf ihre Bedeutung für die aktuelle eigene studentische Situation und leiten ggf. weitere Handlungsempfehlungen für ein Theaterhaus der Zukunft ab.

Neue Theaterformen, die unser gesellschaftliches Leben auf außergewöhnliche und berührende Weise analysieren, haben in den kulturpolitischen Diskussionen um Staatstheater und Fusionen momentan keine Stimme. Dabei greifen die so genannten „Performing Arts“, die im Spannungsfeld von Theater, Tanz, Musik und Architektur entstehen, die drängenden gesellschaftlichen Themen auf, die im Stadttheater keinen Platz mehr finden. Der Ringlokschuppen setzt sich für ein neues Kunst- und Kulturverständnis ein, das die aktuellen Bedürfnisse und Realitäten von Künstlern und Zuschauern stärker berücksichtigt.
Die Seminarteilnehmer untersuchen die Form der Performance selbst und können eigene praktische Theatererfahrungen gewinnen.
Die Teilnehmer werden eine eigene Performancearbeit konzeptionieren, technisch-organisatorisch planen, künstlerisch umsetzen, erproben und am Abschlusstermin zur Aufführungen bringen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit im Anschluss an das Seminar bei drei Aufführungsbesuchen Einblicke in das zeitgenössische performative Theater zu nehmen: 28.11.2009/20:00 Uhr Aufführung im Rahmen des Theaterfestivals "Impulse", 16. oder 30.01.2010/20:00 Uhr "Emilia Galotti" (AT) und am 06.02.2010 "Ein Chor irrt sich gewaltig" von René Pollesch.

Weiteres Informationsmaterial zum Seminar liegt im Institut bereit!

SA 28.11.2009 / 14.00-18.00 Uhr
Einführung in das Thema, Ideensammlung für die eigene Performancearbeit
ab 20:00 Uhr Aufführungsbesuch Theaterfestival „Impulse“

SA 12.12.2009 / 14.00-18.00 Uhr
Technische und organisatorische Planungen, Konzepterstellung

SA 16.01.2010 / 14.00-18.00 Uhr
Proben, Raumplanung

SA 30.01.2010 / 14.00-18.00 Uhr
ab 20.00 Uhr

SA 06.02.2010 / 14.00-18.00 Uhr
18.00-19.00 Uhr Aufführung eigene Performance




Vorlesung mit Gästen: "RUHR.2010"

Vorlesung zur Kulturhauptstadt 2010 mit Gästen aus dem Bereich der Kulturpolitik, mit Vertretern der Festivalorganisation, mit Wissenschaftlern und mit beteiligten Theatermachern
u.a. mit einem Vortrag von Holger Bergmann, am 14. Januar 2010

Ruhr-Universität Bochum, Institut für Theaterwissenschaft, Seminarleitung: Hiß/Stapelfeldt

Diese (Ring-)Vorlesung setzt die Auseinandersetzung mit der „Kulturhauptstadt Europas 2010“ (RUHR.2010) fort, die wir mit einem Seminar im zurückliegenden Sommersemester begonnen haben. Es geht dabei um einen Veranstaltungskomplex, der mit 150 Projekten und 1500 Veranstaltungen nicht nur als Festival weltweit ausstrahlen, sondern einen Meilenstein in der Entwicklung der noch disparaten Region zu einer „Metropole Ruhr“ markieren soll.
Überblickt man die Geschichte, der im Zeichen der Urbanisierung des Ruhrgebiets aufgebotenen Projekte, fällt auf, dass sie überwiegend im kulturellen Feld spielen, und zwar programmatisch, denn „gerade über Kultur wächst das Ruhrgebiet immer mehr zusammen und erreicht eine neue Identität“ (Regionalverband Ruhr). Motor der Stadtentwicklung ist offenbar nicht mehr die Wirtschaft. Der Stellenwert des Kulturellen, und damit auch der Kulturpolitik, wird geradezu beispielhaft aufgewertet. In den Worten des „Gesellschaftsprofils“ der RUHR.2010 GmbH: „Aus der kulturellen Zusammenarbeit entsteht die Kulturmetropole Ruhr sowohl im Bewusstsein der Bevölkerung im Ruhrgebiet, als auch in der Außenwahrnehmung. Die Kulturregion Ruhr hat mit dem Großprojekt Kulturhauptstadt Europas 2010 die Chance, sich in diesem Sinne neu zu bestimmen und stärker als eine (kulturelle) Einheit in Erscheinung zu treten.“
Im Rahmen der identitätspolitischen Konzeption des Projekts kommt unter den aufgebotenen Künsten dem Theater ein besonderer Stellenwert zu. RUHR.2010 integriert das Festival „Theater der Welt“, organisiert eine bislang einzigartige Koproduktion von sechs Ruhr-Theatern („Odyssee Europa“), bringt avancierte „postdramatische“ Alternativen ins Spiel (René Pollesch, Rimini Protokoll, Laurent Chétouane), entwickelt die „Favoriten“ zum (europäischen) „Theaterquartier Ruhr“ weiter. Akzente werden gesetzt im Rahmen von Tanzplan-Veranstaltungen, im Feld des Musiktheaters (Hans Werner Henze), im Feld des Kinder- und Jugendtheaters (Pottfiction). Auch die Tradition des Massentheaters lebt auf. Moderne Groß-zeremonien wie „!Sing“ und „Still-Leben“ bringen den identitätspolitischen Ansatz auf den Punkt, sollen zuarbeiten der Begründung eines Städtegrenzen überschreitenden „Wir-Gefühls“.
Wir werden mit Gästen aus dem Bereich der hiesigen Kulturpolitik reden, mit Vertretern der Festivalorganisation, mit Wissenschaftlern und mit beteiligten Theatermachern. Zentrale Fragen gelten der Rolle des Kulturellen im Plan der Urbanisierung, der Rolle der Geschichte für die „Metropole im Werden“, ihren Realisierungschancen, der Nachhaltigkeit des Festivals.




impressum © Ringlokschuppen