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Aufstand gegen die Wirklichkeit



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Download Broschüre "Aufstand gegen die Wirklichkeit" (DE-EN, pdf, 9 MB)

Interview mit Holger Bergmann zum Thema "Aufstand gegen die Wirklichkeit" (Theater der Zeit/Ausgabe 10/2009)

In Europas Kulturhauptstadt RUHR.2010 wird der Ringlokschuppen Mülheim „Freies Theaterhaus Ruhr“! Wir laden Künstler, Kuratoren, Theaterleiter und Wissenschaftler ein, Qualitätskriterien für lebendiges zeitgenössisches Theater im europäischen Maßstab zu diskutieren.
Gemeinsam mit befreundeten Gruppen und Institutionen wollen wir für verbesserte Produktionsbedingungen der freien Theater in NRW eintreten. Die internationalen Entwicklungen der darstellenden Künste sollen sich entsprechend ihrer hohen Qualität stärker in den Spielplänen der freien Produktionshäuser abbilden.

Darüber hinaus wollen wir deutlich mehr Theatergruppen aus NRW auf dem internationalen Festivalparkett vertreten sehen. Die Rahmenbedingen dafür in 2010 zu schaffen, muss essenzieller Bestandteil der Kulturmetropole werden. Neue Theaterformen, die unser gesellschaftliches Leben auf außergewöhnliche und berührende Weise
analysieren, haben in den kulturpolitischen Diskussionen um Staatstheater und Fusionen momentan keine
Stimme. Dabei greifen die sogenannten Performing Arts, die im Spannungsfeld von Theater, Tanz, Musik und Architektur entstehen, die drängenden gesellschaftlichen Themen auf, die im System der Stadttheater keinen
Platz mehr finden. Wir setzen uns für ein neues Kunst- und Kulturverständnis ein, das die aktuellen Bedürfnisse und Realitäten von Künstlern und Zuschauern stärker berücksichtigt.
Wir werben für ein Zentrum der Perfoming Arts in der Region, das „Freie Theaterhaus Ruhr“. Wir bieten innovativen Gruppen wie andcompany&Co., Gintersdorfer/Klaßen und raumlaborberlin Produktionsbedingungen, die sich an den Erfordernissen der Projekte orientieren und nicht an aus der Zeit gekommenen Apparaten. Ebenso wichtig ist es, die potenziellen Foren für internationale Theaterkunst und regionale Nachwuchsarbeit finanziell so auszustatten, dass der Anschluss an europäische Theaternetzwerke erreicht werden kann. So wie sich das Theater verändert, so müssen sich auch die Häuser, die es produzieren und fördern, auf die Bedingungen des neuen Theaters einstellen. Theaterformen, die vom Ringlokschuppen und anderen freien Häusern in NRW initiiert und produziert werden, erobern sich ihr Publikum im Stadtraum selbst. Sie beziehen die Zuschauer in den Kunstprozess mit ein und setzen keinen fiktiven Bildungskanon voraus.


Theater für Morgen
Bei der Auswahl der Projekte und Gastspiele ist entscheidend, welche Fragen und Perspektiven zu unserem gesellschaftlichen Leben die Künstler formulieren, und welche neuen Formen diese Künstler finden, um Ihre subjektiven Antworten zu artikulieren.



Die Performing Arts bündeln Theaterspielarten, die mit klassischen Repräsentationsmodellen spielen und diese infrage stellen. Das neue Theater experimentiert mit Sprache und Bewegung, arbeitet interdisziplinär, bringt bildende Kunst, Tanz, Film und Video zusammen und überschreitet Grenzen.
Viele Gruppen arbeiten im Kollektiv und entwickeln ihre Stoffe in Improvisationen. Die Performing Arts stehen für dynamische und offene Ästhetiken, sie sind assoziativ, experimentell und oftmals fragmentarisch.
Sie fordern Zuschauer heraus, ihre Vorstellungen von Wirklichkeit zu überprüfen und ihre Träume von gesellschaftlichem Zusammenleben wachzurufen. Daher sind die Performing Arts als zeitgenössische Mischformen in besonderem Maße dazu geeignet, die gesellschaftlichen Veränderungen an der Ruhr zu begleiten.
Der Ringlokschuppen als „Freies Theaterhaus Ruhr“ wird Forum und Produzent von Künstlern, deren Arbeit uns mehr über unser gesellschaftliches Heute verstehen und das Morgen denken und hoffen lässt.

Offenes Haus
Es gehört zum Selbstverständnis der freien Theaterhäuser, Kulturarbeit auch als soziale Bewegung zu begreifen. Dabei bildet die Partizipation von Laien, die ihre Erfahrungen auf die Bühne bringen, einen wichtigen Aspekt in der Projektarbeit. Kultur sendet und empfängt. In vielen Arbeiten tauchen die Menschen nicht allein als Publikum auf,
sondern sind aktiver Teil der Performance. Sie werden zu Autoren und Akteuren ihrer eigenen Geschichten. Auf
diese Art und Weise setzen sie sich mit der individuellen Lebenserfahrung und mit modernen Erzählformen auseinander. Die Nähe zwischen Spielern und Zuschauern verringert die Hemmschwellen und die Skepsis neuen
Formen gegenüber. Mit themenorientierten Projekten schafft der Ringlokschuppen als „Freies Theaterhaus
Ruhr“ weiterhin neue Verbindungslinien zwischen unterschiedlichen Publikumsschichten. Dabei beziehen etliche Formate die vielfältigen kulturellen Prägungen der Zuschauer mit ein. In interkulturellen und mehrsprachigen
Projekten in den Bereichen Theater, Literatur und Popkultur wird das Interesse für die darstellenden Künste geweckt und verstetigt.



Haus in Bewegung
Durch Kunstaktionen, Performances und Inszenierungen im öffentlichen Raum wird die Wahrnehmung für die städtische Umgebung sensibilisiert: Das Bekannte erscheint verändert und neue Möglichkeiten tun sich auf.
Hier kann der Ringlokschuppen in den letzten Jahren auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit bildenden
Künstlern, Stadtplanern und Architekten zurückblicken, aus der wichtige Impulse für die gesamte Region hervorgegangen sind. Im Zentrum stehen dabei Geschichten und Erfahrungen aus dem öffentlichen Raum sowie
künstlerische Interventionen an neuralgischen Punkten in der Stadt. Thematisiert werden die Wandlungsprozesse,
die der Stadtraum an der Ruhr in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen hat. Die Künstler verzeichnen die Transformation der Region und entwerfen Perspektiven der Stadt von Morgen.

Theaterhaus Ruhr
Neben der inhaltlichen Profilierung der vergangenen Jahre bietet unser Haus mit drei Sälen und zwei Studios die Produktionsbedingungen, die neues Theater im Ruhrgebiet benötigt.
Der Ringlokschuppen als „Freies Theaterhaus Ruhr“ führt die Potenziale des Ruhrgebiets im Bereich Theater
und Performing Arts zusammen und exportiert sie auf internationale Festivals. Bei knapper werdenden öffentlichen
Mitteln bietet der Ringlokschuppen schon heute die flexiblen Betriebsstrukturen, die Projektförderungen
hoch effizient einsetzen. Die Verbindung innovativer ästhetischer Auseinandersetzungen mit modernem Kulturmanagement ist das zukunftsweisende Modell. Eine regionale bzw. nationale Förderung auf europäischem
Level ist dafür Voraussetzung.



"Der Ringlokschuppen nimmt als „Theaterhaus Ruhr“ den starken Auftritt des Ruhrgebiets in 2010 zum Anlass, den Fokus auf die aktuellen Spielformen des performativen Theaters zu lenken. Durch die enge Zusammenarbeit von Stadt, Region und Land wird dies nachhaltig gelingen. Dafür brauchen wir Unterstützung. Wir laden Sie ein, gemeinsam einen Theaterort der Zukunft zu gestalten!"
Holger Bergmann (Künstlerischer Leiter) und Peter Krause (Kaufmännischer Geschäftsführer)

impressum © Ringlokschuppen